Musik

Artists to watch out for in 2017: Snarky Puppy

Im vierten Teil unserer Blogserie steht uns Michael von der Band Snarky Puppy Rede und Antwort. Dessen Künstlerkollektiv wird Ende Mai für sechs Konzerte nach Deutschland kommen. Snarky Puppy wurden durch den Grammy-Gewinner Michael League im Jahr 2004 gegründet und sind musikalisch nur schwer einzugrenzen. Im Interview verrät uns der Bassist, Gitarrist, Komponist, Produzent, Labelchef und Frontmann von Snarky Puppy, was für ihn der Schlüssel zum Glück ist. Tickets für die Tour gibt’s hier bei Ticketmaster.

Snarky Puppy live auf Tour

Mo, 22.05.17 Frankfurt, Batschkapp
Di, 23.05.17 Karlsruhe, Substage
Do, 25.05.17 Freiburg, E-Werk
Mo, 29.05.17 Berlin, Huxley‘s Neue Welt
Mi, 31.05.17 München, Muffathalle
Do, 01.06.17 Köln, E-Werk

Video: Snarky Puppy – Lingus

Michael League im Interview

Michael, was verbindest du mit Deutschland und den Konzerten, die du mit Snarky Puppy hier schon gespielt hast?

Überall wo man spielt, ist das Publikum anders. Einige sind laut und wollen Party machen, andere wiederum sind sehr ruhig und hören aufmerksam zu. Ich finde, dass das deutsche Publikum wirklich gut informiert ist über die Geschichte und die Tradition der Musik, die es zu hören bekommt. Das verstärkt dann die Erfahrung auf beiden Seiten. Wir fühlen uns in Deutschland sehr wohl und erlauben uns, die Musik so weit zu strecken, wie wir es wollen – ohne uns Sorgen machen zu müssen, dass das Publikum das Interesse verliert.

Sind die deutschen Fans anders als die Fans in deiner Heimat? Verhalten sie sich anders?

Sie sind absolut zurückhaltender. Amerikaner neigen dazu, mehr Energie zu haben, was schön ist, aber sie sind nicht unbedingt so gewissenhaft im Zuhören. Das deutsche Publikum ist im Regelfall ruhiger, was bedeutet, dass wir mit unserer Dynamik dramatischer sein können. Sie reagieren auch auf verschiedene Elemente der Musik, was wirklich interessant ist. Es bringt eine andere Seite von uns auf der Bühne zum Vorschein.

Was können die Zuschauer bei den kommenden Konzerten erwarten?

Bei unseren Shows versuchen wir, an jedem Abend ein völlig einzigartiges und einmaliges Erlebnis zu kreieren. Es ist normalerweise eine Mischung aus Musik von all unseren Alben, nie die gleiche Setlist und jeder Song wird anders gespielt als beim letzten Mal. Spontaneität ist für uns als Band der Schlüssel zum Glück auf Tour.

Bis du aufgeregt, wenn du auf die Bühne gehst? Tust du etwas dagegen?

Ich bin immer aufgeregt, ein Konzert zu spielen, aber ich bin fast nie nervös. Früher in der Schule hatte ich Probleme mit Lampenfieber, aber das war, weil ich es falsch angegangen bin, Musik zu machen. Ich wollte gut spielen, gut klingen, eindrucksvoll sein usw. Aber als ich anfing, Konzerte wie Gespräche unter Freunden zu betrachten, begann es mir, mehr Spaß zu machen. Ironischerweise fing ich dann auch an, besser zu spielen. In der Musik geht es um Kommunikation und nicht darum, „gut“ in etwas zu sein. Ich brauchte eine Weile, um das herauszufinden.

Welche Künstler oder Bands haben dich beeinflusst und inspiriert?

Für mich ist der Sound von Snarky Puppy die Kombination aus schwarzer und weißer amerikanischer Musikkultur. Viele von uns wuchsen als weiße Rock’n’Roll-Spieler auf und der Rest wuchs in der schwarzen Gemeinschaft als Gospelmusiker auf. Aber an einem bestimmten Punkt kam jede einzelne Person auf die andere Seite und diversifizierte ihre musikalische Persönlichkeit. Und jeder studierte Jazz. So entstand ein interessanter Schmelztiegel von Menschen mit einer breiten Palette an musikalischer Erfahrung, einer gewissen Gemeinsamkeit und einer offenen Einstellung. Wir hören und lieben sehr viel verschiedene Musik.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Ich habe ein Plattenlabel namens GroundUP Music, dass wir gerade vollständigen umstrukturieren. Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft und die Künstler, die unserem Künstlerkollektiv beitreten werden. Das Jahr 2017 wird wirklich abwechslungsreich werden! Ich habe eine neue Band namens Bokanté mit vier Sängern, drei Percussionisten, drei Gitarren und Bass, die im Juli ein halbes Dutzend Konzerte in Deutschland spielen wird. Das Debütalbum erscheint im Mai. Ich kann es kaum erwarten, diese Musik der Welt zu präsentieren.

Ich produziere Alben für die Sängerin und Gitarristin Eliades Ochoa vom Buena Vista Social Club, für den legendären Singer/Songwriter David Crosby sowie für verschiedene aufstrebende Künstler aus Schweden, Russland und den USA. Zum Jahresende werde ich noch einen Monat mit Crosby und seiner neuen Band – bestehend aus Michelle Willis, Becca Stevens und mir – auf Tour gehen. Für mich ist Abwechslung wirklich der Schlüssel zum Glück. Es sieht also danach aus, dass das Jahr 2017 ein glückliches werden sollte!

Video: Snarky Puppy – What About Me?

Lest hier auch die Blogartikel zu Hein Cooper, Damian Lynn und Jonathan Kluth.

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