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FlicFlac: Ticketmaster in der Todeskugel

Mit 60 Stundenkilometern rasen die Motorrad-Artisten des Circus FlicFlac durch die 6,50 Meter hohe Eisenkugel „Globe of Speed“. Ticketmaster hat die neue Attraktion im Circus FlicFlac ausprobiert: Unsere Kollegen Rita Middendorf und Bernard Laufer wagten sich als Beifahrer auf’s Motorrad – und jagten durch die Todeskugel. 

Der erste Eindruck: die Todeskugel ist ja viel größer als gedacht. Als wir uns die Show bei der Premiere in Berlin von den sicheren Plätzen im Publikum aus ansahen, wirkte sie nicht ganz so monströs wie jetzt, genau in diesem Moment, in dem wir direkt vor dem riesigen Eisenkoloss stehen, nur mit einem Helm unterm Arm und mit Schutzkleidung an den Knien, Ellenbogen und Nieren ausgestattet.

In der 6,50 Meter hohen Eisenkugel rasen Abend für Abend bis zu zehn Fahrer auf ihren Motorrädern hauchzart aneinander vorbei. Gerne würde wir uns jetzt beruhigen und sagen: ist ja noch nie was passiert. Warum also heute? Aber es ist schon einmal etwas passiert. Es gab in der Vergangenheit Unfälle und Fahrer mussten ins Krankenhaus. Zuletzt geschehen im Frühjahr in Köln.

FlicFlac – das ist purer Nervenkitzel. Stunts, Artistik am Trapez und Jonglage in schwindelerregender Höhe. „Globe of Speed“, Todesrad, Freestyle auf der Riesenrampe – und alles ungesichert. Ohne Netz und doppelten Boden. 1989 von den Brüdern Benno und Lothar Kastein gegründet, entwickelte sich FlicFlac mit seinen wagemutigen Zirkusnummern schnell zu einem der erfolgreichsten deutschen Zirkusse. Millionen Menschen begeisterten sich für Inszenierungen wie „Nichts für schwache Nerven“ oder „artgerecht“. Zuvor hatten die beiden Männer aus dem Münsterland selber als Artisten auf dem Hochseil oder im Todesrad internationale Erfolge gefeiert und 1982 beim Circusfestival in Monte Carlo den Silbernen Clown für ihre atemberaubenden Darbietungen bekommen. Mit FlicFlac schufen die zwei eine moderne, wilde und unangepasste Variante des traditionellen Familienzirkus und erfanden mit ihren Stunts und Artistik-Nummern zu ohrenbetäubender Rockmusik das Genre noch einmal völlig neu. Vor allem das Todesrad und der „Globe of Speed“ wurden schnell zu den Markenzeichen von FlicFlac.

Momentan gastiert der Zirkus mit seiner neuen Show „EXXTREM – Denn sie wissen nicht, was sie tun“ in Berlin. Bis zum 8. Dezember wurde das Gastspiel verlängert, weil die Berliner sich nicht sattsehen können an den unglaublichen High-Speed-Nummern unter der schwarz-gelben Zirkuskuppel. Anschließend geht es mit den FlicFlac Weihnachtsshows nach Dortmund, Aachen, Kassel und Nürnberg. Aber bevor das soweit ist, sind erstmal wir dran.

FlicFlac Todeskugel Rita und Bernard, Ticketmaster

Wagten sich in die FlicFlac-Todeskugel: Rita und Bernard

Johnny heißt der Fahrer, der zunächst Bernard, bei Ticketmaster verantwortlich für Business Development und Sales, und anschließend Rita, Senior Account Manager im Veranstalterservice, als Beifahrer auf seiner Maschine auf eine Hochgeschwindigkeitstour durch das „Globe of Speed“ mitnehmen wird. Der 28-jährige Argentinier und seine PS-starke Maschine warten schon in der Todeskugel, als sich die schwere Eisenklappe für Bernard öffnet. Johnny fährt seit 13 Jahren in der Kugel. Angst kennt er nicht. Aber Respekt. „Es ist mehr der Respekt vor dem, was ich mache, als Angst. Meine Mitfahrer aus Kolumbien sagen immer, wenn du mal in Bogota am Abend Zigaretten kaufen gehst, dann kannst du lernen, was Angst ist“. Es folgen letzte Tipps für Bernard. Die Beine immer schön hoch halten und angewinkelt, um nicht in die Speichen zu geraten. Den Blick gerade auf den Nacken von Johnny. Bloß nicht in die Kuppel gucken. Dann wird einem schlecht.

Los geht’s. Mit 60 Stundenkilometern rasen die beiden an der Innenwand der Eisenkugel entlang. In rund 3 Metern Höhe ist Schluss. Zu gefährlich mit Sozius hinten drauf. Das tragen die Fliehkräfte nicht. Und Sicherheit geht hier immer vor. Wahnsinnig – ja, das sind die Fahrer, die sich todesmutig in die Stunts stürzen. Aber leichtsinnig? Das ist hier keiner. Nach ein paar Runden ist Schluss. Bernard steigt von der 125 Kubik-schweren Yamaha. Und merkt seinen Magen, der bei der Fahrt – wie in einer Waschmaschine im Schleudergang – kräftig durchgeschüttelt worden ist. Wackelige Knie und ein flaues Gefühl im Bauch – gut, wenn man wie Rita vorher nichts gegessen hat. Nun ist sie dran. Helm auf, festzurren, langsames Vor- und Zurückrollen der Maschine, Beine hoch. Ab geht’s! Rund um Runde fliegen Johnny und Rita durch den „Globe of Speed“. Noch eine Runde? „Ja, klar!“ ruft Rita und ist längst bereit, sofort mit dem Zirkus durchzubrennen.

Johnny meidet den Nervenkitzel übrigens außerhalb der Kugel. Er geht, wenn er nicht auf seiner Maschine durch die Zirkuskuppel rast, lieber spazieren oder liest. Und Rita? Die wird jetzt bestimmt den Motorrad-Führerschein machen.

 

FlicFlac Termine

*** Update: Eine Übersicht über aktuelle FlicFlac Termine gibt’s bei Ticketmaster! Circus FlicFlac Tickets natürlich ebenso, sowohl für die FlicFlac Weihnachtsshows als auch für die aktuelle Jubiläums-Tour „Höchststrafe“.

 

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