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URBANATIX startet wieder

URBANATIX ist ein Street-Art-Projekt und präsentiert dem Publikum verschiedene Disziplinen wie Parkour, Tricking, Breakdane, Catwall-Trampolin und Biken auf sensationelle Art und Weise. Bei URBANATIX treffen die jungen Wilden der Straße auf internationale Artisten. In einem Gesamtkunstwerk aus musikalisch mitreißenden Beats und spektakulären Videoprojektionen zeigen über 50 Akteure in einem international einmaligen Showformat atemberaubende Bewegungskunst außerhalb gängiger Muster, die dynamische Street-Styles mit akrobatischen Höchstleistungen verbindet. Vom 11. bis zum 22. November 2016 findet die Show täglich in der Bochumer Jahrhunderthalle statt.

Die Tickets für URBANATIX sind hier bei Ticketmaster erhältlich.

 

URBANATIX

Wer einen guten ersten Eindruck bekommen will, dem ist ein Besuch der Website urbanatix.de zu empfehlen. Dort werden die einzelnen Artisten und die Mitglieder des Teams vorgestellt. Zwischen all den Proben und diversen Vorbereitungen hatten wir die Gelegenheit, dem URBANATIX-Projektinitiator Christian Eggert (CE) und Andreas Kuchajda (AK), dem Geschäftsführer der Bochumer Jahrhunderthalle, einige Fragen zu stellen.

 

Christian Eggert

Christian Eggert
Projektinitiator URBANATIX
Foto: ® Michael Schwettmann

Hallo Herr Eggert, vielen Dank, dass Sie im ganzen Trubel noch Zeit für das kurze Interview gefunden haben. Sie sind nun schon seit rund 25 Jahren in der Show- und Eventbranche tätig. Woher kommt Ihr Antrieb und die Motivation, dem Publikum immer wieder etwas Neues zu präsentieren?

(CE) – URBANATIX ist für mich mehr als nur ein Projekt bei dem es um „höher, schneller, weiter“ geht – Es ist ein Lebensgefühl, dem ich gerecht werden möchte. Eine Aufgabe die mich belebt und stets anspornt kreativ zu bleiben. Ich vergleiche meine Arbeit gern mit der eines Kochs. Niemand möchte tagtäglich die selbe Mahlzeit serviert bekommen – es kommt darauf an die einzelnen Zutaten bestmöglich und abwechslungsreich zu kombinieren. So ergibt sich aus Altbewährtem und Neuem stets ein interessantes neu kreiertes Gericht, das begeistert. Und da ich nicht der begnadetste Koch bin (lacht) jongliere ich lieber mit Zutaten wie Licht, Sound, Video, unseren Künstlern und Artisten und versuche damit immer und immer wieder eine abwechslungsreiche Show auf die Beine zu stellen.

 

Herr Kuchajda, URBANATIX wird seit 2010 in der Jahrhunderthalle in Bochum veranstaltet. Warum genau haben Sie sich damals dafür entschieden, diese Show in der Jahrhunderthalle stattfinden zu lassen?

Andreas Kuchajda

Andreas Kuchajda
Geschäftsführer Jahrhunderthalle Bochum

(AK) – URBANATIX als Zusammenführung von Amateuren und Profis aus dem Streetart- und Artistik-Bereich in einer Show, die dann Weltklasseniveau hat, ist ein einmaliges Projekt, für das wir von Beginn an Feuer und Flamme waren. Das Konzept „each one teach one“ zeigt eindrucksvoll, welche Leistungen auf Profiniveau engagierte Jugendliche relativ schnell erbringen können. Die Profis auf der anderen Seite erleben, mit welcher Begeisterung ihr Wissen und ihre überragenden Fähigkeiten von den Jugendlichen aufgesogen werden. Es ist eine Begeisterung, die mitreißt – die Zuschauer und auch uns – jedes Mal aufs Neue!

 

Was fasziniert Sie an dieser Show und was hebt URBANATIX von anderen Shows ab?

(AK) – Das Konzept der Show, das Miteinander, zieht sich durch die gesamte Produktion. Jeder und Jede im Raum hat das Gefühl, wenn ich dabei sein wollte, könnte ich das auch. Aber eigentlich ist es noch mehr, denn vielfach ist es nicht nur bei dem Gefühl geblieben, sondern es machen tatsächlich ehemalige Besucher nun auf der Bühne mit. Diese Empfindung ist auch eine Basis des unglaublich schönen Gefühls der Zusammengehörigkeit zwischen den Akteuren und dem Publikum. Ein Gefühl, das bei rein professionellen Shows eher nicht entsteht.

 

Ihre Show URBANATIX gibt es jetzt seit dem Jahr 2010 und sie entwickelt sich jedes Jahr aufs Neue weiter. Was kann der Zuschauer von der neuen Show 2016 erwarten?

(CE) – Der neue Titel der Show ist „Drop the Beat!“. Mit diesem Motto haben wir uns vorgenommen, die Live-Beat-Momente zu intensivieren und etwas Neues zu wagen. In diesem Jahr haben wir zwei Schlagzeuger, einen Gitarristen, Percussion-Leute, Sänger und zwei Beatboxer in der Show. Des Weiteren wird es eine ganz neue Disziplin geben und zwar Body-Percussion. Dafür haben wir uns einen neuen Choreographen ins Boot geholt – Warren Richardson war jahrelang mit der Showproduktion „STOMP“ unterwegs. Mit unserem gesamten Ensemble hat er eine neue Body-Percussion-Nummer einstudiert. Auch das ist ein ganz neuer Beat, den wir in die Show bringen. Die Zusammenarbeit mit neuen Leuten inspiriert aber auch mich immer sehr stark. Wo meine eigenen Fähigkeiten aufhören, da versuche ich immer, Spezialisten dazu zu nehmen, die Sachen mitbringen, die ich nicht kann.

 

 

Was darf man sich unter Body-Percussion vorstellen? Nackte Körper, auf denen getrommelt wird?

(CE) – Nicht ganz. Bei Body-Percussion ist der Körper das Instrument, mit denen alle möglichen Rhythmen und Sounds entstehen – Nacktsein ist dabei nicht notwendig. Body-Percussion funktioniert durch Klatschen in die Hände oder auf den Oberschenkel, Stampfen mit den Füßen oder Klopfen auf den Bauch. Jedes rhythmische Geräusch, das sich mit dem Körper erzeugen lässt, ist auch ein Beat, mit dem man beim Body-Percussion arbeiten kann. Das Spannende bei URBANATIX ist, dass wir gleich 30 Leute auf der Bühne haben, die dieses synchron machen. Und das eben auch disziplinenübergreifend. Es sind genauso Tänzer bei der Body-Percussion-Performance dabei wie Biker und Parcours-Läufer, aber auch internationale Artisten. Dadurch, dass es alles zusammen auf der Bühne machen, ergibt sich ein großes eindrucksvolles Bild. Ansonsten gibt es auch große Partysequenzen, das heißt in diesen Szenen wird der Beat aufdroppen. Wir wollen eine Ensemble-Nummer machen, bei der viele verschiedene Artistik- und Tanzformen zusammenkommen und daraus dann eine große Party entsteht. Hier wird es einen MC und einen DJ geben, der immer neue Beats auflegt. Ein wichtiger Bestandteil der Show sind zudem die Projektionen, die Jerome Krüger kreiert. Diese sind sehr grafisch gehalten und stehen im starken Wechselspiel zum Beat. Die Projektionen bei URBANATIX unterstützen so auch die Performances der einzelnen Künstler. Dadurch werden Gesamtbilder geschaffen, die so in dieser Form woanders nicht zu sehen sind.

 

Sind denn ihre Akteure immer noch aufgeregt, wenn sie auf die Bühne gehen oder sind das schon „abgebrühte Profis“?

(CE) – Bei unseren Artisten gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktere. Zum einen haben wir viele, die aus ganz Nordrhein-Westfalen kommen und im Bereich Parkour, Balken, Tricking, Tanz und Walltramp mitmachen. Das sind überwiegend keine Profis, aber einige von denen sind schon fünf, sechs Jahre dabei und machen auch viel auf Events und sind relativ cool.

In diesem Jahr haben wir aber auch acht Neuzugänge, die quasi bei URBANATIX zum ersten Mal überhaupt auf der Bühne stehen. Die sind natürlich auch aufgeregt. Aber das sind wir eigentlich alle, bevor die Show zum ersten Mal so richtig über die Bühne gegangen ist. Da hat jeder so ein bisschen Lampenfieber. Nach der Premiere sind wir dann alle wieder ein bisschen cooler.

 

Drop ❌?#trampwallteam #tramp#trampwall#training#urbanatix#urbanatix2016#dropthebeat @ginastia

Ein von Vivien-Jana Gaida | Germany (@vivien_jana) gepostetes Video am

 

Fiebern auch Sie bei der einen oder anderen Showeinlage von URBANATIX mit?

(AK) – Bei nahezu allen, denn sie sind immer wieder ein bisschen anders, die Show ist nie fertig im Sinne von Stillstand. Sie entwickelt sich immer weiter – die Artisten, die Regie – und Initiator Christian Eggert fällt immer wieder etwas Neues und Überraschendes ein. So ist jede Show fantastisch, hat aber immer wieder neue Details. Insofern werde ich auch in diesem Jahr fast jeden Abend dabei sein.

 

Ist denn in den Proben oder bei Auftritten schon einmal etwas schief gegangen oder klappt immer alles?

(CE) – Natürlich geht auch mal etwas schief. Wir machen ja relativ viel, was riskant aussieht, da bleiben blaue Flecken oder abgerissene Fingernägel auch nicht aus. Es gab aber zum Glück noch keine bösen Verletzungen. Das Thema Sicherheit steht bei uns ganz oben und alles was wir machen, wurde tausendmal geprobt. Es kam auch schon vor, dass ein falsches Video beim Auftritt eingespielt wurde. Aber so richtig gravierend ist noch nichts schief gegangen.

 

 

Worauf legen Sie denn besonderen Wert, wenn Sie Ihre Akteure auswählen?

(CE) – Wir arbeiten nicht nach dem Prinzip schneller, höher, weiter. Bei uns geht es nicht darum, dass jemand den dreifachen Salto springt. Die internationalen Künstler sind alles ausgewählte Akteure. Sie kommen aus der ganzen Welt und haben alle eine hohe handwerkliche Qualität. Mir geht es nicht darum, dass jemand elf Bälle in die Luft wirft und wieder auffängt, sondern darum, dass ich sehen will, warum er auf der Bühne steht, seine Persönlichkeit. Ich möchte erkennen, dass das, was er macht, wirklich etwas ist, mit dem er etwas ausdrücken möchte. Dazu kommt dann natürlich eine handwerkliche Perfektion. Die Artisten haben zum Beispiel Ausbildungen an Schulen in Montréal oder Quebec – also an den besten Artisten-Schulen der Welt. Hier geht es überwiegend um den künstlerischen Ausdruck, nicht um Höchstleistung. Es geht nicht um das grobe Handwerk, sondern darum, dass sie etwas erzählen.

Das Spannende bei URBANATIX ist, dass sie tatsächlich Lust haben, an dem Projekt mitzumachen, mit den unterschiedlichsten Leuten zusammenzuarbeiten und sich auch darauf einlassen, dass man ihre Performances auch mal verändert oder zum Teil auch Tänzer mit in die Nummern einbaut. Wir haben zum Beispiel den Basketballer Michael van Beek, der letztens auch beim Supertalent aufgetreten ist. Zu seiner Performance kommen sechs unserer Tänzer hinzu, die ebenfalls mit Basketbällen agieren. Van Beek bleibt hier aber das zentrale Element.  Auch das ist etwas, was man in dieser Form nur bei URBANATIX zu sehen bekommt.

Andersherum machen die internationalen Künstler auch in den Choreographien bei unseren Streetartisten mit. Sie sind zum Beispiel beim Body-Percussion und auch bei größeren Ensemble-Nummern dabei, sodass alles miteinander verschmelzen kann. Der Fokus liegt also darauf, eine gemeinsame Ebene zu schaffen – und nicht auf „höher, schneller, weiter“.

 

Sind denn für die Zukunft noch weitere Projekte geplant von Ihnen?

(CE) – Ja, ich mache eine ganze Menge anderer Projekte. Gerade denken wir auch noch über ein neues Format nach, das ist aber noch nicht spruchreif. Lasst euch überraschen.

 

 

Aber nächstes Jahr wird es URBANATIX hoffentlich wieder geben?

(CE) – Nächstes Jahr wird es auf jeden Fall wieder URBANATIX geben, da gibt es auch schon wieder diverse Ideen – nach dem Spiel ist ja bekanntermaßen vor dem Spiel. Aber jetzt freuen wir uns sehr darüber, dass es bei „Drop the Beat!“ in diesem Jahr ein komplett neues Bühnenbild gibt, das von Sascha Hinz designt worden ist. Wir haben hier sehr viele Spielmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen, bei denen wir auch wieder das Video-Mapping auf das Bühnenbild projizieren können. Ich glaube, das wird energetisch auf einem sehr hohen Niveau sein.

 

Auf welche weiteren Veranstaltungen können sich die Besucher der Bochumer Jahrhunderthalle freuen?

(AK) – Gleich nach URBANATIX haben wir die 1Live Krone im Hause und direkt im Anschluss startet unser EisSalon Ruhr, eine 1.350 qm große Eislaufbahn mitten in der Jahrhunderthalle Bochum, die wir in diesem Jahr erstmalig und temporär (für 3 Wochen) öffnen. Den EisSalon Ruhr bauen wir bis zur ersten Januarwoche zurück, denn am 14.1. geht es – nach einigen nicht-öffentlichen Veranstaltungen – mit dem ersten Konzert im Jahr 2017 weiter.

 

Wir bedanken uns für das informative Interview und wünschen Ihnen und den Teams von URBANATIX und der Bochumer Jahrhunderthalle viele tolle Shows!

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