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Warum sich ein Besuch der Max Beckmann Ausstellung in Hamburg lohnt

Die große Max Beckmann Ausstellung in Hamburg entwickelt sich 2020 zum Publikumsmagneten in der Kunsthalle. Warum sich ein Besuch für alle Kunstinteressierten mehr als lohnt, erfahrt ihr hier.

Zeitfenster-Tickets für die Max Beckmann Ausstellung ab 5€

Seit Ende September ist die neue Max Beckmann Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Die neue Werkschau, die aufgrund von Corona ein wenig später als geplant starten konnte, zeigt den einflussreichen deutschen Künstler in einer neuen Perspektive und legt den Fokus auf seine Interpretation der Geschlechterrollen. Selbstbildnisse, Porträts von Freunden, Bekannten, Paaren, Frauen und Musen oder Momentaufnahmen aus dem Alltag Beckmanns erzählen viel über seine persönliche Interpretation der Geschlechter-Verhältnisse – es ist die wohl persönlichste Max Beckmann Ausstellung, die in Deutschland je zu sehen war.

Neben Gemälden, Selbstporträts und Skizzen gibt es auch Skulpturen und Plastiken von Max Beckmann in der Ausstellung in Hamburg zu sehen. Seit 25. September zeigt die aufwändig von Dr. Karin Schick kuratierte Sonder-Ausstellung der Hamburger Kunsthalle den Blick Beckmanns auf die Rolle von Mann und Frau im Wandel der Zeit – mal persönlich, mal gesellschaftskritisch. Noch bis Ende Januar 2021 sind die insgesamt 140 Arbeiten aus dem In- und Ausland in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung durch einen umfassenden Audio-Guide, der die Hintergründe rund um die Entstehungszeit der jeweiligen Werke beleuchtet und mit interessanten – teils überraschenden – Anekdoten aus Beckmanns Privatleben und Werdegang verknüpft. Wer wissen will, inwiefern die Comic-Figur Wonder Woman Beckmann beeinflusst hat, kann die neue Ausstellung zu Beckmann in Hamburg noch bis Ende Januar 2021 besuchen – der Eintritt kostet zwischen 5 und 14 €.

Starke Frauen waren immer ein Thema in Beckmanns Werken, ebenso wie der schmale Grad zwischen Lust und Leid der unterschiedlichen Geschlechter oder die Frage nach Opfer- und Täterrolle. Zum ersten Mal in einem solchen Umfang zeigt sich, dass Beckmann in vielen Gesichtspunkten seiner Zeit voraus war: Subtile Hinweise stellen bei vielen Porträts die Frage nach dem Weiblichen in Männlichen – und ebenso andersherum. Fast immer sind die Darstellungen sehr persönlich: Zum Beispiel lässt sich an vielen nebeneinander drapierten Selbstporträt-Zeichnungen ablesen, wie sich die eigene Wahrnehmung Beckmanns mit der Zeit gewandelt hat.

Viele Selbstbildnisse Beckmanns sind in der Kunsthalle zu sehen, die stets in den historischen wie persönlichen Kontext eingeordnet werden. Die Selbstporträts des wichtigsten deutschen Malers der Moderne sind legendär und in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt: Erst kürzlich hat das Frankfurter Städel für eine Rekordsumme das Beckmann-Bild „Selbstbildnis mit Sektglas“ erworben, auf dem Kulturstaatsministerin Monika Grütters „deutsche Geschichte und Identität“ sowie die Schwächen der Weimarer Republik sieht. Einige Bilder aus dem umfangreichen Beckmann-Bestand des Städels und Beckmanns Frankfurter Zeit sind aktuell aber in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Virtueller Vorab-Blick in die Beckmann Ausstellung in Hamburg

Wer schonmal vorab einen Blick in die beeindruckende Sammlung der Beckmann Werke in Hamburg werfen möchte, kann hier bei ZDF.kultur einen virtuellen Rundgang starten. Zu sehen sind ca. ein Drittel der in der Beckmann-Schau der Kunsthalle gezeigten Werke – inkl. Audio-Guide und Texte mit weiteren Infos zu den Bildern und Plastiken. In acht thematisch unterschiedlichen Räumen, die virtuell betreten werden können, werden die Beckmann-Werke ähnlich wie in der Galerie der Gegenwart im 2. OG der Kunsthalle nebeneinander gestellt.

Wer nicht so viel lesen mag, kann sich auf YouTube die Digitale Vernissage vom Eröffnungstag jederzeit nochmal ansehen. In dem rund 30-minütigem Video (Start ab Minute 14) schreitet Daniel Kaiser (NDR Kulturredaktion) durch die Beckmann Ausstellung und begrüßt an verschiedenen Stellen und Werken spannende Gäste, u.a. die Kuratorin Dr. Katrin Schick und die Beckmann-Enkelin Mayen Beckmann.

All die virtuellen Rundgänge können natürlich einen persönlichen Besuch nur bedingt ersetzen, wie auch der Moderator des Livestreams feststellt: „Viel schöner ist es, Aug in Aug mit dieser wunderbaren Kunst zu stehen, sie zu erkennen, Kleinigkeiten zu entdecken und diese alte, neue und verschüttete, jetzt neu freigelegte Sicht auf Max Beckmann zu verstehen und zu sehen.“

Tipp: Zeitfenster-Ticket für Beckmann Ausstellung im Vorfeld buchen

Dass die Max Beckmann Ausstellung trotz Corona endlich in Hamburg zu sehen ist, liegt am umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzept der Kunsthalle. Damit die maximale Besucher*innenanzahl vor Ort nicht überschritten wird, werden alle Gäste gebeten, sich hier im Vorfeld Zeitfenster-Tickets für die Ausstellung zu sichern. Das jeweils gebuchte zweistündige Zeitfenster bezieht sich ausschließlich auf den Einlass in die Beckmann Sonder-Ausstellung in der Haspa Galerie.

Nach dem Eintritt im gebuchten Zeitfenster können die Besucher*innen solange in der Beckmann Ausstellung bleiben, wie sie möchten. Auch die anderen Ausstellungen in der Hamburger Kunsthalle können mit dem Beckmann Ticket besucht werden – davor oder danach. Tipp: Donnerstags, Freitags und Samstags hat die Beckmann Ausstellung nicht nur länger geöffnet, ab 18 Uhr zahlen alle Besucher*innen auch einen ermäßigten Preis (Regulär 8€ statt 14€ und ermäßigt 5€ statt 8€).