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Euro Hockey Challenge: Bundestrainer Marco Sturm im Interview

Euro Hockey Challenge in Oberhausen: Ende April dreht sich in der König-Pilsener-ARENA wieder alles um den kleinen schwarzen Puck, wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im Rahmen der Euro Hockey Challenge gegen das Team aus Weißrussland antritt. Tickets für die beiden letzten Spiele der DEB-Auswahl vor der IIHF Eishockey Weltmeisterschaft in Russland gibt’s bei Ticketmaster. (Foto: City-Press

Wir haben Bundestrainer und General Manager Marco Sturm zum exklusiven Interview getroffen und mit ihm über die anstehenden Herausforderungen bei der Euro Hockey Challenge gesprochen.

Herr Sturm, einen Großteil ihrer sportlichen Karriere haben Sie in den USA verbracht. Haben Sie in Ihrer aktiven Karriere eigentlich schon geplant, nach der Karriere in Deutschland als Trainer zu arbeiten?
Nein, im Gegenteil. Ich habe damals gesagt, dass ich ganz bestimmt nie Trainer werde. Dann aber hat sich das alles geändert. Es hat damit begonnen, dass ich die Mannschaft meines Sohnes trainiert habe und da bin ich sozusagen auf den Geschmack gekommen. Man kann es vielleicht mit der Karriere von Uwe Krupp vergleichen. Er wollte zunächst auch kein Trainer sein. Heute sieht man ja, was aus uns beiden geworden ist (lacht).

Anstatt ein DEL Team zu übernehmen, wurden Sie der neue Nationaltrainer – wie kam es dazu?
Ein Team in der DEL zu übernehmen, stand ohnehin für mich nicht zur Debatte. Eines Tages habe ich einen Anruf von unserem DEB-Präsidenten Franz Reindl erhalten, der mich gefragt hat, ob ich Interesse an diesem verantwortungsvollen Job hätte. Man wolle versuchen, das deutsche Eishockey wieder international wieder salonfähig zu machen. Ich habe keine Sekunde gezögert. Wer solch eine Chance bekommt, etwas zu bewegen, der sollte sie wahrnehmen. Mir liegt das deutsche Eishockey sehr am Herzen, daher wollte ich mich unbedingt einbringen und Verantwortung übernehmen.

Wie unterscheidet sich eigentlich das Eishockey in Deutschland von dem Eishockey in Nordamerika?
Beide Ligen kann man nur schwer miteinander vergleichen. Es wird anders in der NHL gespielt. Das liegt auch an der kleineren Eisfläche, dadurch hat man weniger Zeit und das Spiel an sich ist schneller. Die Spiele in der NHL sind zudem physischer.  In der DEL wird dennoch sehr gutes Eishockey gespielt.

Die Weltmeisterschaft in Russland wird ihr erstes großes Turnier als Bundestrainer – wie weit kann es für das deutsche Team gehen?
Unser Ziel ist es, dass wir uns in der Weltrangliste verbessern. Aktuell sind wir nur auf Platz 13 gelistet. Wir möchten mindestens einen Platz gut machen. Es ist dennoch schwer, von einer konkreten Platzierung zu sprechen. Bei einer WM spielen so viele Komponenten rein, dass man da wirklich nur schwer Prognosen abgeben kann. Schließlich treffen wir auf Top-Nationen und messen uns mit Ländern, die mit uns auf Augenhöhe sind. Mir ist wichtig, dass wir in jedem Spiel an unsere Leitungsgrenze gehen und das deutsche Eishockey würdig vertreten. Wir wollen schließlich auch Werbung für die Heim-WM 2017 in Köln betreiben. Die diesjährige WM ist aber auch eine Art Generalprobe für die Olympia-Qualifikation Anfang September in Lettland.

Die letzten beiden Heimspiele vor der WM finden bei der Euro Hockey Challenge in der Oberhausener König-Pilsener-ARENA statt. Sie selbst haben dort ja noch nie gespielt: Was erwarten Sie von den Fans und der Stimmung in der Halle?
Nein, das ist wahr. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nicht in Oberhausen war. Als es bei der Vorbereitungsplanung aber darum ging, an welchen Standorten  wir uns in Deutschland vorbereiten, haben mir alle gesagt, dass Oberhausen im vergangenen Jahr die perfekten Voraussetzungen bot. Ich habe mir die beiden letztjährigen Partien gegen Russland auf DVD angeguckt und muss sagen, dass die Stimmung in der König-Pilsener-ARENA super war. Ich hoffe natürlich wieder auf viele Fans und lautstarke Unterstützung.

Gegner der beiden Länderspiele in Oberhausen ist das Team aus Weißrussland – Ihre Einschätzung?
Die Weißrussen sind eine Mannschaft, die leistungsmäßig mit uns auf Augenhöhe ist. Ich erwarte vor allen Dingen einen technisch und läuferisch starken Gegner. Die Partien gegen die Weißrussen haben einen hohen Wert für uns, da wir gegen sie auch bei der WM treffen werden. Wir wollen unsere Schlüsse daraus ziehen und natürlich beide Spiele gewinnen.

Wie groß ist die Chance, dass die Besucher in Oberhausen schon ihren endgültigen WM-Kader erleben werden?
Der Zeitpunkt ist nahezu perfekt. Denn sicher werden die Fans einen Großteil des WM-Kaders zu sehen bekommen. Das hängt aber auch vom Ende des DEL-Finals ab. Ein mögliches 7. Spiel wäre erst einen Tag vor unserem ersten Duell gegen Weißrussland beendet. Aber auch, wenn es nur eine kurze Finalserie wird, benötigen mögliche Kandidaten  der Finalisten noch einige Tage Pause. Für sie käme Oberhausen noch etwas zu früh. Es sieht aber nach heutigem Stand danach aus, dass die Fans mit Leon Draisaitl und Tobias Rieder zwei NHL-Spieler zu sehen bekommen, die persönlich eine Topsaison in der besten Liga der Welt gespielt haben. Solche Stars werden vermutlich nicht oft in Deutschland live zu sehen sein.

Die Leute im Ruhrgebiet werden ja meistens als echte ,,Malocher“ beschrieben. Ein Wort, dass ziemlich gut zu ihren Spielern passen sollte, oder?
Das habe ich auch gehört, dieser Ruf eilt dem Ruhrgebiet ja schon seit Jahrzehnten voraus. Die Menschen im Ruhrgebiet haben das Herz am rechten Fleck. Ich bin ja auch Fußball-Fan und verfolge die Spiele der Mannschaften aus dem „Pott“. Wenn wir diese „Malocher“-Mentalität bei der WM aufs Eis bringen können, hätte ich natürlich nichts dagegen. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Tage in Oberhausen.

 

Euro Hockey Challenge 2016

Euro Hockey Challenge Tickets

Tickets für die zwei Spiele der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen das Team aus Weißrussland im Rahmen der Euro Hockey Challenge gibt’s bei Ticketmaster. Neben den regulären Tickets gibt’s bei diesen Spielen außerdem Premium-Tickets mit exklusiven Fan-Geschenken, Zugang zur ARENA-Backstage-Lounge und Catering.

Termine:
29. April, 20 Uhr, König-Pilsener-ARENA Oberhausen: Euro Hockey Challenge 2016 – Deutschland vs Weißrussland
30. April, 19:30 Uhr, König-Pilsener-ARENA Oberhausen: Euro Hockey Challenge 2016 – Deutschland vs Weißrussland