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Interview

Applause Newcomer Check: MATHEA im Interview

Es ist kein Leichtes, nach dem kurzen Aufglühen als Teilnehmerin bei „The Voice Of Germany“ eine seriöse und erfolgreiche Karriere als Sängerin und Songwriterin zu starten. Die zwanzigjährige Österreicherin MATHEA hat es mit harter Arbeit, viel Rückgrat, einem eigenen Kopf und guten Songs trotzdem geschafft. Am 1. Mai erschien nun ihr Debüt-Album „M“ – auf ihrem eigenen Label. Die Tour folgt im September. Daniel Koch sprach mit ihr für den Applause Newcomer Check.

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Am 1. Mai kommt dein Debüt-Album „M“. Man weiß, dass du im letzten Jahr sehr intensiv gearbeitet und viel mehr Songs geschrieben hast, als eigentlich draufpassen. Was können wir also erwarten?

MATHEA: Mein Album wird viele neue Facetten von mir zeigen. Inhaltlich geht es um jede Art von Liebe. Um Break-ups, ums Verliebtsein, um Herzschmerz – aber auch um selbst initiierte Trennungen. Es geht um Familie, Freundschaft, um mein Leben in den letzten zwei Jahren. Vom Sound her wird es viel urbaner, als alles, was man bisher von mir hören konnte. Es bleibt im Pop, aber man kann sich auf einige HipHop-Elemente freuen und auf Pop-Momente, die eher internationale Vorbilder haben.

„Kein Tutu“ war die erste Single-Auskopplung aus dem Album. Es geht um gescheiterte Kindheitsträume, um das Hinfallen und Wieder-Aufstehen. Der Song ist sehr atmosphärisch und eher langsam – für mich war das keine offensichtliche Wahl. Warum diese Nummer?

Ich wollte unbedingt „Kein Tutu“ zuerst releasen – es war mir sehr wichtig, dass genau das die erste Single wird. Weil das eine Geschichte ist, die lange zurückliegt und die mich eigentlich hier her gebracht hat, wo ich jetzt bin.

Viele deiner Lieder scheinen einen realen Bezug zu deinem Leben zu haben und Situationen zu entspringen, die du selbst erfahren hast. Ist das für dich eher Fluch oder Segen?

In meinem Fall ist es ein Vorteil, weil ich den Leuten viel mehr mitgeben und viel mehr Emotionen zeigen kann. Als ich angefangen haben, Songs zu schreiben, war es irgendwie schwer für mich Geschichten oder gar eine Kunstfigur zu erfinden. Ich habe in den letzten Jahren über 60 Songs geschrieben – und die, bei denen ich mich an etwas Fiktivem versucht habe, schieden nach einer Weile fast immer aus. Der einzige Nachteil ist natürlich, dass man auf privater Ebene angreifbarer wird, weil man viel von sich preisgibt.

Wie war es für dich, nach The Voice of Germany umzuschwenken auf eine, ich sage mal, klassische Musikerinnenkarriere? Ganz jung in diese sehr irre Welt reingeworfen werden und gleich vor einem Riesen-Publikum stehen – das kommt mir immer so vor, als finge man da eine Karriere von der falschen Seite aus an.

Ich war bei der Voice 17 Jahre alt und hatte gar keinen Plan, was ich da eigentlich mache, wenn ich ehrlich bin. Es war anfangs eine Spaßaktion, die dann doch irgendwie zum Ernst wurde. Bei der Voice wird einem ein sehr verfälschtes Bild des Musikgeschäftes vermittelt. Es ist halt eine Show und du bist nur ein kleiner Teil davon. Für mich war das aber kein Problem. Ich habe eben gemerkt, dass man nach dem Ende der Show immer noch ein Niemand im Musikgeschäft ist. Deswegen habe ich einfach damit angefangen, da eine richtige Karriere draus zu machen.

Wie weit warst du denn mit dem eigen Musikmachen, als du bei The Voice eingestiegen bist? Wolltest du da schon Sängerin und Songwriterin werden?

Ich habe mit 15 angefangen, auf Englisch Songs zu schreiben. Das war aber mehr Hobby, weil ich dachte, alles andere sei unrealistisch. Kurz nach The Voice habe ich dann meine Matura gemacht – was bei euch das Abi ist – und musste mir eh überlegen, was ich in Zukunft machen will. Und na ja, ich merkte schon, dass mir vieles bei The Voice sehr, sehr gefallen hat. Man könnte sagen, ich habe Blut geleckt. Dann habe ich angefangen, Songs auf Deutsch zu schreiben und der Stein kam ins Rollen. Tja, und dann kam „2x“ und es war irgendwie klar, dass ich weitermache.

Gab es Künstlerinnen oder Künstler, die dir da ein Vorbild waren?

Als ich angefangen habe, deutsche Musik zu schreiben, hat Dua Lipa gerade „New Rules“ veröffentlicht. Ich habe mir das Video immer und immer wieder angesehen und dachte: „Fuck, ich will wie sie sein! Wie gerne hätte ich diesen Song geschrieben!“ Irgendwie habe ich viel Einflüsse von ihr bezogen, vor allem in Sachen Style und ihrem Auftreten. Musikalisch hat sie mich eher indirekt beeinflusst, weil man ihre Musik auf Deutsch ja schlecht nachbauen kann. Aber dieser Vibe!

Vibe ist ein gutes Stichwort: Ich muss zugeben, dass es mir besonders gefällt, wenn du wie in „2x“ oder auch in „Alles Gute“ durchaus böse Zeilen singst. Das macht die Songs meiner Meinung nach so besonders. Deutsche Songs über deine Themen – da ist das Feld schon von vielen bestellt worden. Es gibt zig Floskelfallen, in die man treten kann. Dieses Bissige war für mich einer der Punkte, warum ich das bei deinen Songs nicht so empfinde. Wird es davon mehr auf dem Album geben?

Auf jeden Fall. Du kannst dich in dieser Hinsicht sehr aufs Album freuen (diabolisches Lachen). Ich mag es einfach, Dinge beim Namen zu nennen. Du hast voll Recht: Da sind viele Dinge schon gesagt und besungen. Von der weiblichen Seite werden diese Themen aber oft sehr leidend dargestellt. Und das will ich nicht. Ich bin ein Mensch, der alles schwarz oder weiß sieht. Wenn mich etwas aufregt, bin ich stinksauer. Und wenn ich traurig bin, dann richtig. Für so was muss es auch Platz geben. Ich denke, dass es im deutschsprachigen Pop viele Sachen gibt, die nicht ausgesprochen werden oder nicht von Frauen ausgesprochen werden. Gott sei Dank gibt es gerade so einen großen Aufschwung von starken Künstlerinnen wie LEA und Juju – oder auch mich. Ich glaube, dass viele junge Mädchen von diesen starken Frauen und vielleicht auch von mir inspiriert werden.

Dazu passt, dass du dein Album auf deinem eigenen Label rausbringst, das du nach deinem Geburtsjahr 1998 benannt hast. Wo doch vermutlich jeder Talentsucher der großen Labels auf deiner Matte stand…

Ja. Ich habe vor kurzem ein Label gegründet und bin dementsprechend eingespannt so kurz vor dem Release des ersten Albums. Aber ich bin mit der Entscheidung sehr zufrieden und habe tolle Menschen, die für mich und mit mir arbeiten. Ich kann in diesem Projekt MATHEA selber bestimmen und auf Business-Seite immer eingreifen, wenn ich es will. Die Entscheidungen liegen alle bei mir – und das ist auch letztendlich das, was mir Spaß macht, weil ich generell ein sehr bestimmender Mensch bin und mich sehr ungern dirigieren lasse.


Die eigentlich für 2020 geplante MATHEA Tournee durch Deutschland wurde auf April 2021 verschoben. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für die neuen Live-Termine der Newcomerin. Alle MATHEA Deutschland-Konzerte im Überblick:

MATHEA – Deutschland-Tournee 2021

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Applause Newcomer Check