Musik / Interview

XJAZZ-Macher Florian Burger im Interview

Wir sprachen mit dem Macher des XJazz-Festival in Berlin, Florian Burger, über den Schmelztiegel Berlin, Geheimtipps und hippe Jazzmusik.

Es ist kaum zu glauben, aber in diesem Jahr feiert das Berliner XJazz Festival tatsächlich schon sein 6-jähriges Jubiläum. Im Mai präsentieren die XJazz-Macher Florian Burger und Sebastian Studnitzky wieder ein spannendes, genreübergreifendes und nicht alltägliches Programm mit der Berliner Szene als Mittelpunkt. Dabei erlebt das Publikum improvisierende Elektroniker, klassische Besetzungen oder experimentierfreudige Singer/Songwriter nebeneinander.

Nubiyan Twist tritt dieses Jahr auf dem XJazz Festival in Berlin auf. Rund um das Pfingstwochenende finden zahlreiche Konzerte in den angesagtesten Locations Kreuzberg statt.


Im Mai geht das XJazz ins sechste Festival-Jahr. Was gibt’s Neues bei der 2019er Ausgabe des Festivals?

Florian Burger: Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal den legendären Punkrockladen SO36 mit im Programm. Neben Kate Tempest und Meute wird auch Yussef Dayes dort spielen. Außerdem bauen wir das Rahmenprogramm nochmal deutlich aus, an allen Festivaltagen gibt es tagsüber kostenfreie Konzerte in Cafés und Bars um sich auf das Abendprogramm einzustimmen.

Bei XJazz ist alles anders: die Locations, das Publikum, das jugendliche Alter… Ihr habt Jazz mit dem XJazz Festival „hip“ gemacht. Wie habt Ihr das geschafft?

Florian Burger: Wir sind sehr offen was den Begriff Jazz betrifft, ein Elektroduo, das improvisiert, ist für uns auch Jazz. Außerdem wählen wir bewusst Locations, die eigentlich nichts mit Jazz zu tun haben und in denen eher Rockkonzerte oder Technoparties stattfinden. Unser Marketing ist auch auf ein eher junges Publikum ausgerichtet.

Jazz ist trotzdem nicht unbedingt eine Musikrichtung, die jeder im Alltag hört. Eignet sich das XJazz auch für absolute Jazz-Neulinge?

Florian Burger: Ja. Auf jeden Fall. Es ist uns auch ein großes Anliegen „Jazz-Neulinge“ zu begeistern. Am besten funktioniert das vielleicht mit Bands, die sich zwischen den Genres bewegen und bei Konzerten, die grooven und nicht zu verkopft sind. Und davon gibt es jede Menge bei uns!

Die genre-übergreifende Musikauswahl aus Jazz, HipHop, Funk und Elektronik des XJazz ist wirklich sehr besonders. Ein solches Jazz Festival dürfte einmalig auf der Welt sein?

Florian Burger: Mittlerweile gibt es schon einige, auch lange existierende Jazzfestivals die sich musikalisch öffnen und bei denen sich auch ein Jazz-Neuling zurechtfindet. Aber ich denke, wir können schon von uns behauptet, dass wir diese Offenheit zumindest mit angestoßen haben.

In den vergangenen Jahr präsentierte XJazz Partnerländer wie Island und Israel. Gibt es internationale Vorbilder dafür?

Florian Burger: Wir verzichten dieses Jahr bewusst auf ein Partnerland und haben Bands aus ganz Europa eingeladen. Ein großer Anteil des Programms ist aber nach wie vor die Berliner Szene, die wir seit unseren Anfängen unterstützen wollen.


XJazz 2019 in Berlin

  • 08. bis 12. Mai 2019 in diversen Kreuzberger Locations
  • Line-Up: Kate Tempest | Meute | Dejan Terzic | Henrik Schwarz | Alma Quartet | LRK Trio | Johanna Summer | Wanubalé | Peter Evans | Average Joe | Mocky | Yussef Dayes | Spacepilot | Niklas Paschburg | Kokoroko | Max Herre & Web Web | Schnellertollermeier | Marc Schmolling | Rolf Kühn Quartett | Nneka | The Bad Plus | Yaron Herman | Key Elements | Rymden | Still in the woods | Marius Neset | Rosemarine | Global Dance Culture | Kathrin Pechlof | Siea | Kinga Glyk | Acid Pauli & Karl Ivar Refseth | Philm u.v.m.

Tickets für das XJazz Festival 2019 gibt es bei Ticketmaster. 

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