Sport / Interview

Luhmühlen 2019: Die Favoriten im Interview

Luhmühlen fiebert dem nächsten internationalen Vielseitigkeits-Highlight entgegen. Vom 13. bis 16. Juni 2019 treffen sich die besten Reiter der Welt in der Lüneburger Heide bei einem der wichtigsten Vielseitigkeitsturniere im internationalen Kalender. Wir haben mit einigen der Favoriten über die Faszination Luhmühlen gesprochen.

Mitten in der Lüneburger Heide vor den Toren Hamburgs treffen sich seit Jahrzehnten die besten Vielseitigkeitsreiter der Welt. Luhmühlen richtet seit über 60 Jahren große Vielseitigkeitsprüfungen aus. Im August 2019 kommen die besten Reiter Europas zu den Longines FEI Eventing European Championships, der Vielseitigkeits-EM, auf das prestigeträchtige Turniergelände.

Doch auch wenn gerade keine Europameisterschaft auf dem Programm steht, ist Luhmühlen fester Bestandteil im internationalen Turnierkalender. Luhmühlen zählt seit 2005 zu den weltweit sechs größten Vielseitigkeitsprüfungen und lockt jährlich im Juni die internationalen Top-Reiter in den Norden Deutschlands. Bei der diesjährigen Ausgabe des traditionellen Turniers ist aber einiges anders: Unter dem neuen Namen Longines Luhmühlen Horse Trials beinhaltet das Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen 2019 die Longines CCI5*-L und die CCI4*-S Meßmer Trophy, mit deutscher Meisterschaft.

Wir werfen einen Blick auf das Teilnehmerfeld in Luhmühlen und haben mit einigen Favoriten und langjährigen Wegbegleitern gesprochen.

Tim Price (Neuseeland)

Tim Price Luhmühlen

Der aktuelle Weltranglisten-Zweite Tim Price aus Neuseeland bringt gleich zwei Pferde 2019 mit nach Luhmühlen.

Was macht für dich den Vielseitigkeitssport aus?

Tim Price: Partnerschaft. Die Top-Pferde und Reiter müssen eine unglaubliche Bandbreite an Fähigkeiten abrufen. Um dies erfolgreich und konsistent zu tun, muss eine echte Partnerschaft bestehen.

Wie sehen deine Pläne für das Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen 2019 aus?

Tim Price: Ich plane zwei Pferde in Luhmühlen zu reiten: Mit Ascona strebe ich das CCI5*-L an und mit Falco das CCI4*-S.

Welche Erinnerungen hast du an Luhmühlen?

Tim Price: Als ich 2006 meine damalige Freundin (und jetzige Frau) Jonelle vom Boden aus unterstützt habe. Es war das erste Mal, dass ich deutsche Gastfreundschaft erfahren habe. Außerdem war es in dem Jahr sehr heiß – und so schmeckte das Bier besonders gut!

Der öffentliche Fokus liegt häufig auf der vermeintlichen Rivalität zwischen Jonelle und dir. Doch inwiefern unterstützt ihr euch gegenseitig?

Tim Price: Wir sind unser stärkster gegenseitiger Antrieb und motivieren uns täglich, uns weiter zu verbessern. Ohne Jonelle wäre ich heute nicht dort, wo ich bin.

Oliver Townend (UK)

Luhmühlen 2019 Vielseitigkeit

Auch die aktuelle Nummer 3 der Weltrangliste, Oliver Townend, macht sich von Großbritannien auf den Weg nach Luhmühlen.

Was ist für dich das Besondere am Vielseitigkeitssport?

Oliver Townend: Die Pferde. Sie sind die ultimativ vielseitigen Athleten!

Was planst du für Luhmühlen 2019?

Oliver Townend: Ich strebe an, in der CCI5*-L Prüfung zu starten, bin mir jedoch noch nicht sicher, mit welchen Pferden.

Welche Erinnerungen verbindest du mit Luhmühlen?

Oliver Townend: Eine besondere Erinnerung habe ich an die Prüfung mit Black Tie. Er hat sich in Luhmühlen unheimlich wohl gefühlt hat und ist toll gegangen. Außerdem denke ich an die fantastischen Bedingungen auf dem Hauptplatz und den Abreiteplätzen.

Ingrid Klimke (Deutschland)

Ingrid Klimke Luhmühlen

Die aktuell beste Deutsche in der Weltrangliste, Ingrid Klimke, freut sich auf die internationalen Turniere im Sommer 2019 in Luhmühlen.

Was ist für dich das Besondere am Vielseitigkeitssport?

Ingrid Klimke: Die enge Partnerschaft! Das Vertrauensverhältnis zwischen Reiter und Pferd ist im Gelände am größten und schönsten. Das abwechslungsreiche Training in der Natur und die wunderschönen Turniere wie in der Heide in Luhmühlen.

Was hast du dir für Luhmühlen vorgenommen?

Ingrid Klimke: Ich plane im Moment, Asha P im Juni Deutsche Meisterschaft zu reiten. Mit SAP Hale Bob OLD strebe ich die Europameisterschaft Ende August an.

Welche besondere Erinnerung verbindest du mit Luhmühlen?

Ingrid Klimke: Luhmühlen ist für mich ein Turnier, auf dem Reiter und Pferde in wunderschönem Ambiente grandiose Prüfungen reiten können. Ich bin schon als Kind gern zum Geländetag gekommen. Besonders beeindruckend war für mich, dass ich den EM-Sieg von Lucinda Prior-Palmer miterleben konnte.

Michael Jung (Deutschland)

Luhmühlen 2019 Vielseitigkeit

Mit Michael Jung schickt Deutschland einen aussichtsreichen Kandidaten auf die Podiumsplätze in Luhmühlen ins Rennen.

Was ist für dich das Besondere am Vielseitigkeitssport?

Michael Jung: Für mich ist die Vielseitigkeit das Faszinierende. Es ist eine absolute Herausforderung, ein Pferd vielseitig auszubilden und das ist der Reiz. Und dann natürlich die Teildisziplin Gelände. Das Glücksgefühl, wenn man nach einer tollen Runde ins Ziel reitet ist nicht mit Dressur- und Springprüfungen zu vergleichen.

Was hast du dir für Luhmühlen 2019 vorgenommen?

Michael Jung: Ich plane im Juni in beiden Prüfungen zu starten. Welches Pferd ich in welcher in welcher Prüfung reiten werde, entscheidet sich aber erst im Laufe der nächsten Turniere.

Was macht für dich Luhmühlen aus und welche Erinnerungen verbindest du mit Luhmühlen?

Es gibt zwar viele tolle Vielseitigkeitsturniere aber lediglich in Luhmühlen und Kentucky (USA) finden Dressur und Springen unter solchen Top-Bedingungen statt. Ich habe natürlich viele schöne Erinnerungen – zum Beispiel an den Gewinn der ersten Vier-Sterne-Prüfung und den Sieg bei der Europameisterschaft 2011. Aber ein absolutes Highlight waren meine ersten Erfahrungen auf diesem Platz, als ich vor vielen Jahren Sam in einer Zwei-Sterne-Prüfung geritten habe. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie gigantisch die Erfahrung für mich als junger Reiter war, vor einer solchen Kulisse zu reiten.

Rosalind Canter (UK)

Luhmühlen 2019 Vielseitigkeit

Im letzten Jahr wurde die Britin mit ihrem Pferd Allstar B Vielseitigkeits-Weltmeisterin, 2019 verpasst Ros Canter zwar das Turnier in Luhmühlen, hat aber nur gute Erinnerungen an die Lüneburger Heide. 

Was macht für dich den Vielseitigkeitssport aus?

Rosalind Canter: Die Beziehung, die dein ganzes Team zu den Pferden aufbaut und dass wir so viel über die Persönlichkeiten der einzelnen Pferde lernen können, die wir reiten. Das tolle Gefühl, stolz auf sein Pferd zu sein, wenn man gemeinsam etwas Besonderes erreicht hat.

Aufgrund deiner Schwangerschaft wirst du in diesem Jahr nicht in Luhmühlen reiten. Planst du bereits für 2020?

Rosalind Canter: Ja, ich würde sehr gern erneut mit Zenshera in Luhmühlen reiten. Es fühlte sich für mich so an, als ob es sein Lieblings-Event ist!

Welche Erinnerungen verbindest du mit Luhmühlen?

Rosalind Canter: Ich erinnere mich daran, wie stolz ich auf Zenshera nach der Nullrunde im Springen und den daraufhin erreichten dritten Platz war. Die Ehrenrunde und die durch das Publikum entstandene Atmosphäre waren ein tolles Erlebnis.


Tickets für das Vielseitigkeitsturnier in Luhmühlen gibt es hier.

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