Musik

Die schönsten Momente vom Global Citizen Festival

Unter dem Motto "One World: Together at Home" lud Lady Gaga am Wochenende zu Gunsten von Global Citizen und der WHO zum Livestream-Festival ein und rund 100 der größten Stars der Musikszene waren am Start. Billie Eilish, Elton John, Sam Smith, Céline Dion oder die Rolling Stones sorgten für viele Gänsehaut-Momente und einzigartige Live-Versionen.

Noch mehr aktuelle Livestreams

Was war das für ein Fest: In der Nacht von Samstag auf Sonntag präsentierten Lady Gaga und Global Citizen den rund achtstündigen Wohnzimmer-Konzertmarathon „One World: Together at Home“, um die vielen Menschen zu würdigen und zu feiern, die gerade an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Coronavirus und für die Gesundheit der Infizierten kämpfen. Außerdem wurden rund 130 Millionen Dollar für ein Corona-Hilfsprogramm der WHO (Weltgesundheitsorganisation) gesammelt.

Die größten Stars der internationalen Musikszene gaben sich die Klinke in die Hand und präsentierten – mal mit Handy-Kamera, mal mit professionellem Equipment nicht nur einzigartige Live-Momente, sondern auch bewegende Statements und vor allem viel Unterstützung für alle Menschen, die täglich ihren Beitrag dazu leisten, dass die Folgen der Corona-Pandemie nicht schlimmer werden – sei es durch Zuhause bleiben oder durch ihren aktiven Einsatz – an der Supermarktkasse, im Pflegeheim oder auf der Intensivstation.

Noch ein paar Tage könnt ihr euch den kompletten Livestream im Nachhinein u.a. hier auf YouTube anschauen. Wir haben für euch ein paar Highlights, größtenteils aus der zweistündigen „Main-Show“ für euch zusammengestellt:

Billie Eilish & Finneas covern „Sunny“

Miss Eilish ist natürlich eh immer super. Mit ihrem Auftritt, wie so oft an der Seite ihres Bruders Finneas, zeigte sie mal wieder, warum sich Kids und Eltern auf sie einigen können: Weil sie einerseits die coolste Person unter der Sonne ist und Popmusik in neue Sphären bringt, zugleich aber auch als Ausnahmesängerin jeden Klassiker in ihre Sphären holen kann – zum Beispiel Bobby Hebbs „Sunny“ aus dem Jahr 1966. Finneas selbst macht übrigens auch sehr gute Musik als Solokünstler. Checkt mal seine letzte EP „Blood Harmony“.

Paul McCartney spielt Beatles-Klassiker „Lady Madonna“

Obwohl sehr rührend und sehr oft all den Pflegekräften gedankt und um Spenden gebeten wurde, gab es nicht viele wirklich politische Äußerungen, die da drüber hinausgingen. Eine erfreuliche Ausnahme: Paul McCartney. Er sagte, ohne Namen zu nennen, aber – hey, Boris!: „Let’s tell our leaders we need to strengthen the health care system around the world so that a crisis like this never happens again.“ Danach gab es „Lady Madonna“ von den Beatles.

Lizzo prophezeit: „A Change Is Gonna Come“

Eine eher traurige Erkenntnis dieser Tage: Nimmt man einigen Stars den Glamour, die riesigen Bühnen, das Jetset-Life und die VIP-Parties bleibt manchmal gar nicht so viel übrig, dass sie irgendwie interessant macht. Eine Ausnahme: Lizzo. Die braucht nur eine Laptopkamera, ihre Stimme und ein Klavier, um alle umzuhauen. Und dann traut sie sich auch noch an den Alltime-Klassiker „A Change Is Gonna Come“, der ja meistens von den ganz Großen gesungen wurde: Aretha Franklin, Otis Redding, Al Green. Eine Ahnenreihe, in die sie gut reinpasst.

Live aus dem Garten: Elton John

Britische Star-Power hoch drei: Elton sang direkt nach einem Einspieler von einem der sicher zahlreichen Sofas im Hause der Beckhams. Elton John hat dafür extra sein Klavier in den Garten geschoben, um direkt unter dem Basketballkorb sitzend „I’m still standing“ zu schmettern. Stimmlich und musikalisch natürlich top, aber irgendwie kriegt man halt das Grinsen nicht aus dem Gesicht, sobald die Kamera die rumliegenden Basketbälle im Bild hatte …

Grenzenlose Gänsehaut dank Sam Smith und John Legend

Zwei unvergleichliche Stimmen trafen für eine besondere Version von „Stand By Me“ zusammen: Sam Smith und John Legend meldeten sich aus ihren Wohnzimmern, um mit dem Klassiker von Ben E. King Trost zu spenden. John Legend saß und sang am Grammy-geschmückten Klavier, während Sam Smith sich von London aus seinem weniger penibel ausgeräumten Wohnzimmer meldete. Das gemeinsame Cover des Welthits sorgte dann weltweit für Gänsehaut.

Christine and the Queens live aus Frankreich

Héloïse Letissier alias Christine And The Queens ist eh eine der spannendsten Popkünstlerinnen unserer Tage. Sie sang ihren schon im Original sehr schönen Song „People, I’ve Been Sad Lately“ und war eine der wenigen, die sich Gedanken gemacht hat, wie man auch zuhause eine tatsächliche Performance hinlegen kann. Wie sie um ihr Standmikro herum schwarwenzelte und es immer wieder tänzelnd umschmeichelte, das hatte Dynamik und Grazie – obwohl auch sie „bloß“ in eine Kamera sang.

Per Video-Konferenz vereint: Die Rolling Stones

Hätte man ja auch nicht gedacht, dass man so was mal sieht: Mick Jagger lädt zur Web-Konferenz der Rolling Stones, um gemeinsam eine gute abgehangene Version von „You Can’t Always Get What You Want“ zu spielen. Toll gesungen ist die Nummer mal wieder und man hat große Freude daran, gleich in vier Stones-Räume reinschauen zu können. Blickfang ist aber eindeutig Charlie Watts diesmal: Wie er rechts unten auf Instrumenten-Koffern sein Drums-Playback begleitet, das hat schon Witz.

Jimmy Fallon & The Roots tanzen den „Safety Dance“

Als einer von drei Hosts der zweiststündigen Mainshow hatte sich auch Jimmy Fallon etwas musikalisches überlegt: Gemeinsam mit seiner Showband, den großartigen The Roots, präsentierte der Latenight-Star quasi eine Corona-Version des Überhits „Safety Dance“ (Men Without Hats). Die elf Musiker gaben dem Ohrwurm ein ganz neue Bedeutung – zusammengeschaltet von zuhause aus sorgten The Roots und Fallon tanzend, singend und mit Alltagsgegenständen musizierend für gute Laune – und steckten scheinbar auch viele Pflegekräfte an.

Einzige deutsche Band: Milky Chance

Live nach Deutschland wurde nur einmal geschaltet: Milky Chance spielten live aus dem Studio eine noch ein Stück traurig-melancholischere Version ihres Welthits „Stolen Dance“. Vor und nach dem Song wandten sich Clemens und Philipp auf englisch an die Fans draußen (bzw. drinnen) vor den Bildschirmen und riefen alle auf, durch Zuhausebleiben ihren Beitrag gegen die Ausbreitung des Virus zu leisten.

Großes Crossover-Finale mit „The Prayer“

Zum Schluss gab es noch eine musikalische Zusammenkunft, die es wohl ohne Videokonferenztechnik, Global Citizen und Wohnzimmer-Livestreams nie gegeben hätte: Andrea Bocelli, Celine Dion, Lang Lang, John Legend und Lady Gaga spielten gemeinsam den Song „The Prayer“ – ursprünglich vor über 20 Jahren für den Film „Das magische Schwert – Die Legende von Camelot“ geschrieben. Wie gut sich Lady Gaga und John Legend im Opern-Gewand machen, hätten wir auch nicht gedacht…

Global Citizen Album mit 79 Songs erschienen

Das virtuelle Benefiz-Konzert zugunsten des COVID-19 Solidarity Response Fund der Weltgesundheitsorganisation glänzte mit Auftritten von den Rolling Stones, Paul McCartney, Lizzo, Billie Eilish, Stevie Wonder, Eddie Vedder, Billie Joe Armstrong, Andrea Bocelli, Taylor Swift, Elton John, Lang Lang, Sam Smith und vielen anderen Superstars der Popkultur.

Jetzt ist das achtstündige Benefiz-Konzert auch als Live-Album mit 79 Songs erschienen und hier im Stream zu hören. Die durch das Streamen generierten Einnahmen gehen direkt an den COVID-19 Solidarity Response Fund der Weltgesundheitsorganisation – also streamt fleißig für den guten Zweck:

Mehr über Global Citizen, die WHO und eure Möglichkeiten zu helfen, findet ihr hier.