Musik

Unsere liebsten Podcasts zum Thema Musik & Pop-Kultur

APPLAUSE für diese Podcasts! In „normalen“ Zeiten stellt das Ticketmaster-Print-Magazin APPLAUSE jeden Monat einen spannenden Podcast vor. Da Podcasts mehr denn je ein guter Zeitvertreib sind, gerade beim täglichen Spaziergang, haben wir diese Empfehlungen thematisch ein wenig sortiert und hier und da ergänzt. Hier stellen wir euch unsere liebsten Musik-Podcasts vor. Schaut gerne öfter rein – wir ergänzen diese Liste regelmäßig.

Wir lieben Musik. Und wir lieben Podcasts. Mittlerweile gibt es ein vielfältiges und großes Podcast-Angebot auf den unterschiedlichsten Streaming-Portalen, deshalb stellen wir euch hier unsere Tipps vor. Hört doch mal rein!

Disgraceland (englischsprachig)

Der Podcast des amerikanischen Musikers und Journalisten Jake Brennan erzählt von den Fehltritten, Verbrechen und Fehlern bekannter Musikerinnen und Musiker. Eigentlich ein alter Hut, möchte man meinen, aber Brennan hat nicht nur einen guten Blick für die „Story hinter der Story“, sondern auch eine unvergleichliche Stimme und eine Art des Erzählens, die eher am Lagerfeuer denn am Studiomikro geschult ist. So schafft er es zum Beispiel, selbst der oft erzählten Geschichte über Johnny Cash oder die Exzesse des Axl Rose noch neue Facetten hinzuzufügen. Außerdem nimmt er uns mit auf LSD-Trips mit The Grateful Dead und blickt in die Abgründe des verstorbenen Rappers XXXTentacion.

Salon Holofernes

Erst im März gestartet, aber erfreulich gelungen: Die ehemalige Sängerin von Wir Sind Helden fügt ihrem sehr gut und sehr unabhängig laufenden Solo-Schaffen noch einen Podcast hinzu. In ihrem „Salon“ begrüßt sie Künstler*innen aus vielen Arbeitsbereichen, vom Regisseur Andreas Dresen bis zum Kollegen Philipp Grütering von Deichkind. Holofernes hat auch beim Sprechen eine tolle Stimme und weiß stets die richtigen, oft unerwarteten Fragen zu stellen.

COSMO Machiavelli – Rap und Politik

Vassili Golod ist öffentlich-rechtlich ausgebildeter und studierter Politiknerd. Jan Kawelke ist schulhofsozialisierter Rap-Checker und ebenfalls recht jung über ein Volontariat ins Radio geraten. Zusammen moderieren die beiden seit knapp zwei Jahren auf WDR Cosmo den Podcast Machiavelli. Schon der Name ist gut gewählt: Nicht nur, weil der in Macht(ergreifungs)fragen äußerst clevere italienische Philosoph Niccolò di Bernardo dei Machiavelli schon von Rappern wie Jay-Z, Snoop Dog, LL Cool J oder Lil Wayne genamedropped wurde, sondern auch weil der große Tupac Shakur einst das Pseudonym Makaveli trug. Golod und Kawelke nehmen sich alle zwei Wochen ein Thema an der Schnittstelle zwischen Politik und Rap vor – oft mit Gästen aus beiden Feldern. Mittlerweile gibt es auch den Ableger „Push“, wo Kawelke alle zwei Wochen mit Journalistin und Moderatorin Salwa Houmsi aktuelle Rap-Themen bespricht.

Vor der Mio

Wo wir gerade bei Salwa Houmsi sind: Die aus Berlin stammende Moderatorin und Rap-Journalistin hat in dieser aufwendigen Spotify-Produktion Zugänge, die man als Presse selten bekommt: Sie reiste an die Wohnorte der größten Rap-Namen und spricht ausführlich und durchaus kritisch mit ihnen – was im Rap-Journalismus ja eher selten passiert. Sehr unterhaltsam und erkenntnisreich, auch für Eltern, die mal verstehen wollen, wer denn dieser böse Veysel oder diese angriffslustige Juju sind.

Reply All #158 „The Case of the Missing Hit“ (englischsprachig)

PJ Vogt und Alex Goldman behandeln in ihrem Podcast nicht nur Musik – eigentlich suchen sie im Spannungsfeld zwischen Kultur, Technik und Internet spannende Geschichten und beißen sich mit allen modernen Mitteln darin fest. Die Folge 158 ist unserer Meinung nach die beste Musik-Podcast-Folge, die jemals produziert wurde. Ein Mann hat einen Song im Kopf, wird ihn nicht los, findet ihn auf keiner Abspielplattform, singt ihn seiner Erinnerung nach ein – und bittet das Team von „Reply All“ um Hilfe. Was folgt ist eine aberwitzige Odyssee, bei der Rolling-Stone-Redakteure, Star-Produzenten, Popstar-Ikonen und regionale Radio-Stars mithelfen.

L Devine: Growing Pains (englischsprachig)

Die Newcomerin L Devine stellten wir hier bereits Anfang des Jahres ausführlich vor. Begleitend zu ihrer Pop-Karriere hat sie auch einen eigenen Podcast gestartet, der so heißt wie ihre Debüt-EP: „Growing Pains“. Das Prinzip ist so einfach wie charmant: Sie, die wie kaum eine andere die Wirren des Erwachsenwerdens in große Popsongs kleiden kann, spricht mit ihren Gästen über das Erwachsenwerden. Das funktioniert vor allem, weil L Devine wie eine gute Journalistin vorgeht, ihre eigenen Erfahrungen nur einstreut wenn es passt und ansonsten viele Wege findet, schöne Pubertätsgeschichten aus ihren Gesprächspartnern herauszuholen.

Sie selbst erzählte uns vor kurzem im Interview: „Ich habe für ein Magazin einen Artikel darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, ein queerer Teenager zu sein. Das positive Feedback dazu hat mich auf die Idee für den Podcast gebracht. Ich singe zwar auch über diese Themen, aber ich wollte einen neuen Kommunikationsweg öffnen. Viele lernen mich über einen Pop-Song oder über ein grelles Video kennen – und ich wollte den Leuten irgendwie zeigen, dass ich auch reden kann.“ In ihrer Spotify-Playlist gibt es zu jeder Folge auch die entsprechenden Songs zu hören.

Reflektor mit Jan Müller (Tocotronic)

Er ist der vermeintlich ewig junge Bassist von Tocotronic, der seit über einem Vierteljahrhundert mit Dirk von Lowtzow, Arne Zank und später Rick McPhail auf der Bühne steht. Aber Jan Müller ist auch Teil der tollen Band Bierbeben – und neuerdings Podcaster. Bevor jetzt wieder jemand brüllt: „Darf denn heute jeder nen Podcast machen!“ Hört euch einfach mal die ersten Folgen an – und ihr werdet merken, dass er seine Sache verdammt gut macht. Eben weil er nicht der große Interviewprofi ist, sondern wirklich versucht tiefe, intensive Gespräche über das Musiker- oder Musikerinnen-Dasein zu führen. Müller’schen Understatement sagte er kürzlich dem Deutschlandfunk: „Mit meinen Gästen hangele ich mich so ein bisschen durch deren Werk und schaue, was es in der jeweiligen Zeit für spannende Themen gab.“ Zum Glück sind die Gespräche weitaus spannender als diese Inhaltsangabe. Vor allem die Gäste sind gut und überraschend gewählt: Annett Louisan war schon da, Frank Z von Abwärts, Marian Gold von Alphaville – und bald kommt auch Bill von Tokio Hotel. Kreisch!

Die wundersame Rapwoche (FluxFM)

Man kann hier ja nicht jeden Monat brandneue Podcasts vorstellen. Gibt schließlich genug etablierte, die ebenso ein Hohelied verdient haben – und den vielen anderen, die gerade aus den WLan-Boxen schießen, den Weg geebnet haben. Deshalb heute mal fette Props an „Die wundersame Rapwoche“, die schon bald 180 Episoden auf dem Buckel hat. Produziert wird sie von FluxFMs Online-Sparte BoomFM, moderiert von HipHop-Ziehvater, -Urgestein, -Gewissen Staiger (der uns für jede dieser Beschreibungen einen an die Mappe hauen dürfte, also lieber: Journalist) und dem sehr guten, sehr ironischen, sehr zeitgemäß klingenden Trap-Rapper Mauli (der uns gerade erst den sehr schönen Track „E-Scooter Anthem“ geschenkt hat). Die beiden machen eigentlich genau das, was der Titel verspricht: Sie kommentieren die wundersamen Rap-News der Woche, verlaufen sich in abwegigen Nerd-Themen, quasseln ungebremst über HipHop und Deutschland und HipHop-Deutschland, haben hin und wieder einen Gast dabei und zelebrieren dabei ihren Generationenunterschied.


Doch lieber ‚was auf die Augen? Hier findest du unsere liebsten Musik- und Konzert-Dokus auf Netflix, Amazon Prime & Co.

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