Musik

5 Gründe, warum der Star Wars Soundtrack legendär ist

Klar, die Filme der Star Wars Reihe haben Filmgeschichte geschrieben. Nicht allen Zuschauer*innen ist dabei bewusst, dass auch der Soundtrack aus der Feder von John Williams neue Maßstäbe in Sachen Film- und Klassikmusik gesetzt hat. Welchen Einfluss die Star Wars Musik bis heute hat und wo ihr sie demnächst live erleben könnt, erfahrt ihr hier. Foto: © 2019 & TM Lucasfilm LTD. All Rights Reserved

Tipp: The Music of Star Wars - live in Concert

Heute ist May 4th – Star Wars Day. Ja, auch wir sind absolute Star Wars-Fans – vor allem von der Filmmusik. Deshalb haben wir uns für euch den Soundtrack von John Williams zum Fan-Feiertag einmal näher angeschaut und für euch zusammengefasst, was die Star Wars Musik eigentlich so legendär macht. Denn der Soundtrack von John Williams gehört mindestens genauso zu Star Wars wie Luke und Vader – und beeinflusste nachfolgende Filmmusik-Klassiker maßgeblich.

1. Chorgesang inspiriert von keltischen Gedichten

Einer der wenigen Star Wars Songs mit Text und Gesang wurde für Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (1999) geschrieben. Der Soundtrack zum berühmten epischen Duel of the Fates zwischen Jedi und Sith gehört mindestens genauso zum Krieg der Sterne wie die Laserschwerte. Inspirieren ließ sich John Williams dabei von einem keltischen Gedicht von Robert Graves. In seinem Buch „The White Goddess“ wird in diesem Gedicht von zwei Feldern mit Bäumen erzählt, die sich bekämpfen – eine gute Grundlage für den Song „Duel of the Fates“.

Williams ließ sich das Gedicht von einigen Freunden, die er von der Harvard-Universität kannte, in verschiedene exotische Sprachen übersetzen. Die heute fast ausgestorbene Sprache Sanskrit, welche in Teilen Nord-Indiens gesprochen wird, gewann am Ende das Rennen. Das keltische Gedicht wurde zwar etwas frei übersetzt, damit es zur Musik passt. Vor allem Wörter wie „matah“, „korah“ und „rahtahmah“ taten es Williams besonders an. Im Theme sind diese immer wieder zu hören.

John Williams - Duel of the Fates (Star Wars Soundtrack) [HQ]

2. Star Wars ohne die Musik von John Williams undenkbar

Dass Musik in Filmen essenziell ist, sollte klar sein. Sie bringt eine gewisse Spannung mit sich und stellt den Film auf eine neue Stufe. Ist die Musik dann noch so legendär wie die von Williams, macht das einen noch größeren Unterschied. Beim Schauen fällt das doch meistens gar nicht auf. Der Sound wird als selbstverständlich gewertet und sich auf das Bild konzentriert. Nimmt man die Musik jedoch weg, würde das ganze in etwa so aussehen – undenkbar für große Star Wars Fans:

Star Wars Minus Williams - Throne Room

Das epische Zusammenspiel aus Bild und Musik wurde vielfach ausgezeichnet. Für die Musik für Star Wars war John Williams allein sechs Mal für einen Oscar nominiert, bekam ihn aber nur einmal (1978). Dafür durfte John Williams noch für vier andere Filme den wichtigsten Filmpreis der Welt mit nach Hause nehmen. Hinzu kommen sechs Grammys, zwei Britsh Academy Awards, ein Golden Globe und viele weitere Film- und Filmmusik-Auszeichnungen – allein für Star Wars.

3. Jeder Film bekommt eigene Elemente im Opening Theme

Wir alle kennen Darth Vaders „Imperial March“ – düster und bedrohend charakterisiert die Melodie die dunklen Machenschaften von Darth Vader durch die Marsch-Musik perfekt. Wenn man an Star Wars denkt, kommt einem bei der Musik zuerst diese Melodie in den Kopf – und natürlich das Opening Theme: Denn der „Vorspann“ zu jedem Star Wars Film ist identisch und lässt das Herz jedes Fans schon zu Beginn höher schlagen. Doch so ganz gleich ist der Song am Anfang der Filme gar nicht: Für jeden Film hat John Williams ein paar charakteristische Elemente hinzugefügt oder weggenommen, sodass jeder Opening-Song auf seiner Art und Weise einzigartig ist.

So beginnt etwa der Star Wars Opening Theme von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ mit wuchtigeren Paukenschlägen und der von „Das Imperium schlägt zurück“ ist etwas langsamer als sonst. Wer ganz genau hinhört und vergleicht, wird außerdem feststellen, dass immer mal wieder andere Instrumente im Vordergrund stehen oder leichte melodische Unterschiede hinzugefügt wurden. Und wusstet ihr, dass der Fanfaren-Beginn der Opening-Themes vom 20th Century Fox Intro inspiriert war?

Star Wars: A New Hope Soundtrack - 01.- 02. 20th Century Fox - Main Title/Rebel Blockade Runner

4. Einmaliger Ausflug in die Jazz-Welt mit der „Cantina Band“

Im ersten Star Wars Film bekommt John Williams von George Lucas gleich einen besonderen musikalischen Auftrag: „Can you imagine several creatures in a future century finding some 1930s Benny Goodman swing band music in a time capsule or under a rock someplace – and how they might attempt to interpret it?” Für John Williams kein Problem, schließlich war der Komponist in seiner Studentenzeit leidenschaftlicher Jazz-Trompeter.

Mit unverkennbaren Anleihen am Ragtime-Sound und dem Chicago-Jazz der 20er ist einer der heute bekanntesten Swing-Songs entstanden, dessen Melodie in unzähligen Spielshows und anderen TV-Produktionen auf der ganzen Welt Verwendung fand. Bis heute gilt der „Cantina Band“-Song als einer der am meisten adaptierten Stücke aus dem Star Wars Soundtrack.

Und außerdem ein Stück, an dem weit weniger Musiker*innen als sonst für Star Wars Songs verantwortlich waren: Statt einem großen Sinfonieorchester wie sonst (meist das komplett besetzte London Symphony Orchestra) wurde der „Cantina Band“-Song „nur“ von neun Musiker*innen aufgenommen, vor allem Blechbläser (Trompete, Saxophon, Klarinette) sind bei diesem Stück im Vordergrund.

Star Wars - Cantina Band // The Danish National Symphony Orchestra (Live)

5. Nur wenige Cover-Versionen begeistern die Fans

Der Star Wars Soundtrack hat in der Popkultur seine Spuren hinterlassen und viele Musiker*innen outen sich als große Fans der Filmsaga. Zuletzt hat etwa Lady Gaga in ihrem Video zum neuen Song „Stupid Love“ einige Elemente aufgenommen, die stark an Star Wars erinnern. Bei den eingefleischten Fans kann eine solche Anlehnung aber schnell nach hinten losgehen; viele Cover-Versionen bekannter Soundtrack-Songs fallen bei den Fans durch – David Garrett kann davon ein Lied singen.

Eine Ausnahme bildet dabei die Metalband Galactic Empire. Mit ihrer wuchtigen Version vom „Main Theme“ landete die Band vor vier Jahren zum Filmstart von „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ einen echten Volltreffer. Mit viel Liebe zum Detail spielen die Musiker*innen verkleidet und mit heftigen Gitarrenriffs eine einzigartige Version des berühmten Opening-Songs. Die US-Band landete jedoch mehr als einen viralen Hit: Durch ein Crowdfunding-Projekt sammelte die amerikanische Band für ein ganzes Album mit Metal-Versionen des Star Wars Soundtracks und ging mit einer fulminanten Laser- und Kostümshow stilecht auf Tour.

Galactic Empire - Star Wars - The Imperial March

Tipp: Wer die Musik von Star Wars live erleben möchte – die Musik von John Williams präsentiert von einem großen Klassik-Orchester und mit Leinwand-Animationen der Saga, hat Anfang 2022 endlich wieder Gelegenheit dazu. Dann ist „The Music of Star Wars – Live in Concert“ quer durch Deutschland unterwegs und bringt die epische Filmmusik live auf die Bühnen der Republik.

Am 17. März 2021 kommen Fans des dritten Teils „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ in Oberhausen auf ihre Kosten. Neben dem Film in kompletter Länge (allerdings auf deutsch), spielt ein Orchester die vielfach ausgezeichnete Musik von John Williams live dazu.

Wer nicht so lange warten möchte, sollte im Herbst 2021 die Tournee von „Klassik Radio live in Concert“ auf dem Schirm haben. Hier werden die größten Film-Klassiker von einem großen Orchester live interpretiert.